Stiftund Supervision

C.F. Wieringa-Preise

Cornelis F. Wieringa Ehrenpreis 2020

Der erste Cornelis F. Wieringa-Ehrenpreis der Stiftung Supervision wird an Dr. Klaus Doppler verliehen. Der Stiftungsrat würdigt Klaus Doppler als einen führenden Pionier der Beratung von Organisationen. Er versteht Organisationsentwicklung als ein Konzept prozessorientierten Handelns in einem wechselseitigen Austausch zwischen Berater und Auftraggeber. Der Beratungsprozess ordnet sich nicht scheinbar objektiven, idealisierten Organisationskonzepten unter, sondern organisiert die Entwicklung unter der flexibel Struktur gebenden, beratenden Begleitung als Arbeitsprozess der Beteiligten. Dieser sozialwissenschaftliche Ansatz - im Gegensatz zu betriebswirtschaftlichen Konzepten - hat Dr. Klaus Doppler in zahlreichen Veröffentlichungen und Vorträgen dokumentiert, u.a.

  • Change management (mit C.Lauterburg), 14. Auflage, Frankfurt/New York, 2015
  • Dialektik der Führung, Opfer und Täter, München 1999
  • Inkognito, Führung von unten betrachtet, Hamburg 2006

Seine Arbeit korrespondiert mit den Grundprinzipien der Stiftung Supervision und ist Referenz für organisationsbezogene Beratung und politischer Anstoß für das L­­­­ernen in und von Organisationen.

 

 

Der Stiftungspreis

ist benannt nach Cornelis Frans (Kees) Wieringa, (1928 bis 1992), einem Pionier der Supervision. Als Sozialarbeiter, Psychologe und Hochschullehrer in Utrecht/NL gab er in den Niederlanden und Deutschland nach 1945 der Beratung und Gruppendynamik vor allem in ihrer praktischen Umsetzung entscheidende Entwicklungsimpulse. In mehreren Studienaufenthalten in den USA (Übersetzer von Kadushin) und vor dem Hintergrund seiner niederländischen Erfahrungen hat er sein Handlungskonzept als Berater entwickelt. Als Widerstandskämpfer gegen die Nazis in den Niederlanden war er dennoch einer der ersten, der ab Mitte der 1950er Jahre als Gastdozent beim Aufbau von Supervisosausbildungen in Frankfurt, Gelnhausen, Münster und in Fachtagen und Kongressen zur Gruppendynamik seine Kompetenz zur Verfügung stellte. Aus seinen Forschungen zum Feed-back ist eine seiner bekanntesten Veröffentlichungen „Feedback ist nicht die Wahrheit“ (Frankfurt 1981) entstanden.

 

Undogmatisch in der Lehre, aber sehr präzise in der Beobachtung und Beschreibung der realen Praxis eröffnete er in vielfältigen Feedback-Prozessen die Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten von Ausbildungskandidaten der Supervision einerseits wie Supervisanden in den verschiedensten sozialen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Arbeitsfeldern andererseits auf eine sehr konkrete, nicht abwertende, sondern motivierende Art und Weise. Mit den Supervisanden eine Beziehung aufzubauen und zu gestalten, die vor allem dem professionellen Erfolg dient und über den dazu gehörenden natürlichen Anstrengungen hinaus noch Raum für Humor und Lebenslust bietet, war seine Arbeits- und Lebensdevise. Diese Ganzheitlichkeit von Arbeit und Leben, Pflicht und Kür, Gelassenheit und Aufmerksamkeit, Ernsthaftigkeit und Entspannung soll eine Richtschnur der supervisorischen Beratung sein, wie sie die Stiftung Supervision unterstützt.

 

Der Cornelis F. Wieringa Förderpreis

Die Stiftung Supervision unterstützt Forschung und Projekte im Rahmen qualitativer Beratung. Wenn Sie z.B. als Student der Supervision ein besonderes Beratungsprojekt durchführen und evaluieren können Sie sich an die Stiftung Supervision wenden und einen Antrag auf Förderung Ihres Vorhabens stellen, soweit Ihr Vorhaben auf finanzielle Förderung angewiesen ist. Oder wir fördern Beratungsarbeit für Zielgruppen, die finanziell nicht in der Lage sind qualifizierte Beratung zu bezahlen.

 

Oder … Sprechen Sie mit uns und stellen Sie uns Ihr Vorhaben und den Grund dafür finanziell unterstützt zu werden, vor.